LG Saugroboter UnterseiteSeit nun mehr als einem Monat haben wir eine neue Hilfskraft in unserem Haushalt beschäftigt. Sie (bzw. er) arbeitet gewissenhaft, leise und sauber und benötigt nicht einmal eine Minijob-Anmeldung. Er hört auf den Namen LG HomBot VR6270LVMB, spricht Deutsch und ist ein Saugroboter der neuesten Generation. Das alleine wäre noch nicht unbedingt einen Blogbeitrag wert, aber der LG Saugroboter besitzt eine besondere Fähigkeit: er passt perfekt in eine Smart Home Umgebung.

 

Der LG Saugroboter im KNX System

Teil 1 der Serie (dieser Beitrag) beschäftigt sich mit den Erfahrungen, die ich hinsichtlich der Arbeitsweise des HomVots bei der Reinigung eines EFH machen konnte. In Teil 2 erfahren Sie dann, wie sich der LG Saugroboter in ein KNX System einbinden lässt.

Erfahrungen: Hier punktet der LG Saugroboter

Auch die beste KNX-Integration nützt nichts, wenn das zu integrierende Gerät nicht das leistet, was von ihm erwartet wird. Was den LG Saugroboter betrifft, darf ich jedoch vermelden: der kleine Helfer macht seine Sache sehr gut. Wie gut, erfahren Sie in den nächsten Abschnitten.

Andocken an der Ladestation

Die Ladestation für den LG Saugroboter Hom-Bot VR6270LVMB habe ich in einer Abstellkammer in die Mitte einer Wand positioniert, mit ca.1,5 Meter Luft nach beiden Seiten. Ich war sehr beeindruckt, wie gut das Aufladen funktioniert. Der Bot dockt sehr zielsicher und zügig an der Station an. Die vollen 1,5 Meter Platz auf beiden Seiten sind vermutlich nicht unbedingt notwendig. Der Bot fährt in meinem Fall diagonal auf die Station zu, orientiert sich ca. 1 Meter davor und bewegt sich dann geradlinig auf den Andockpunkt.

LG Saugroboter Dockingstation
LG Saugroboter Dockingstation

Glasscheiben

Raumhohe Glasscheiben (ohne Sockel) könnten für manche Saugroboter durchaus ein Problem bedeuten, nicht jedoch für den LG VR6270LVMB. Glaswände nahm er sehr souverän und reagierte wie gegenüber einer massiven Wand.

Akkuleistung

Klammert man die problematischen Hochfloor-Teppiche aus der Reinigung aus, reicht eine Akku-Ladung locker für eine Grundfläche von ca. 120 qm aus (Parkett).

Lautstärke

Hier ware ich überrascht, wie leise der LG HomBot seinen Dienst verrichtet. Klar sind die 60dB(A) gut zu hören, ich würde die Lautstärke aber als nicht störend bezeichnen.

Absätze und Treppen

Ich erinnere mich gut an den Moment, als der LG das erste mal auf einen Treppenabgang zusauste. Den Sturz über 3 Meter hätte er sicher nicht überlebt und meine Treppe vermutlich auch nicht. Sicherheitshalber hatte ich den vermuteten Aufschlagbereich mit dicken Kissen entschärft. Das mulmige Gefühl ist aber sehr schnell der Erleichterung gewichen: der Bot erkennt zuverlässig Stufen und Absätze und setzt unmittelbar zurück, sobald seine Sensorik den fehlenden Boden erkennt.

Nur wenige Problemstellen

Probleme gab es bisher im Reinigungsbetrieb sehr wenige. Dennoch möchte ich auf drei Schwierigkeiten hinweisen.

Sockelleisten

Sockelleisten an den Wänden (hier: weiß lackiert, ca. 4 cm hoch) irritieren den LG Saugroboter so gut wie nicht. In den meisten Fällen berührt er diese nicht einmal. Probleme gab es nur, wenn der LG sich direkt an einer Sockelleiste um seine eigene Achse drehen möchte. In diesem Fall schrammt er mit dem Hinterteil an die Leiste, was bei einer spitzen Ecke ggfs. die Schnittkanten etwas zu hart trifft.

Teppiche

Auf Parkett bewegt sich der Bot zügig und problemfrei. Etwas anders ist die Situation bei Teppichen. Ein Sisal-Teppich mit einer Höhe von ca. 0,7 cm stellt noch kein Hindernis dar. Wenn dem LG Saugroboter nicht gleich im ersten Anlauf das Auffahren auf den Teppich gelingt, probiert er es einfach nochmals mit einer anderen Strategie, in dem er z.B. schräg den Teppich erklimmt und nicht in einem Winkel von 90 Grad. Sehr clever.

Ein Hochfloor-Teppich (ca. 2,5 cm) ist allerdings nichts für den automatischen Helfer. Zwar gelingt ihm in den meisten Fällen das Auffahren, aber oben angekommen müht er sich extrem ab. Er schaltet dabei in den Turbo-Modus um die Saugleistung zu erhöhen, bewegt sich aber nur noch sehr langsam und kämpft (tapfer) um jeden Zentimeter. Als Zuseher bekommt man dabei stets das dringende Gefühl dem Kleinen helfen zu müssen. Sind dann auch noch Tischbeine oder Stühle im Weg, verstärkt sich das Gefühl.

In meinem Test waren diese Hochfloor-Teppich das gravierendste Problem. In einem Fall gingen die Bemühungen des Roboters so weit, dass er sogar eine seiner Kreiselbürsten geopfert hatte, nur um sich nicht dem Hochfloor-Teppich geschlagen geben zu müssen. Die Borsten hatten sich so sehr im Teppich verfangen, dass sie abgerissen wurden. Glücklicherweise liegen dem LG Saugroboter zwei Ersatzbürsten bei.

Mein Tipp lautet daher: Riegeln Sie Hochfloor-Teppiche konsequent ab, so dass der LG nicht auf die Idee kommt, sie zu befahren. Am einfachsten geht das z.B. durch Umklappen der Teppichränder nach oben und gleichzeitigem fixieren mit Stuhlbeinen. Stellen, die der Roboter trotzdem noch als geeignet sehen könnte, auf den Teppich aufzufahren, sollten vermieden bzw. blockiert werden. Der LG ist nämlich extrem starrköpfig und verfolgt sein Ziel unnachgiebig.

Mit dieser Maßnahme ist die Reinigung der restlichen Fläche deutlich stressfreier, verläuft sehr viel flotter und benötigt viel weniger Akku-Leistung.

Der Widder unter den Saugrobotern

Die Starrköpfigkeit des LG ist nicht nur bei hohen Teppichen zu beobachten, sondern auch bei Stühlen und Tischen. Auf der einen Seite gelingt es dem Bot dadurch, zwischen Stuhlbeinen zu navigieren oder auch in eine sehr enge flache Nische zu fahren, was ziemlich beeindruckend wirkt. Auf der anderen Seite sind aber waagrechte Hindernisse von Freischwinger-Stühlen mit einer Höhe von 2-3 cm problematisch. Dem LG gelingt oft genug das Aufklettern, das darüberfahren scheitert aber natürlich, so dass er entweder lautstark zurücksetzt (gut) oder auch mal hängen bleibt (weniger gut). Schnelle Abhilfe schafft hier eigentlich nur, die temporäre Entfernung dieser Einrichtungen vor dem Saugvorgang.

Eventuell könnte noch das Vortäuschen eines eingelegten Bodentuchs dem LG helfen, nicht mehr ganz so kletterwillig zu sein. Ob und wie das funktioniert werde ich noch berichten.

Technische Daten LG Hom-Bot VR6270LVMB

LG Saugroboter
LG Saugroboter

Ausstattung

  • Dual Eye 2.0 (ermöglicht dem LG HomBot Square auch im Dunkeln zu navigieren)
  • Drei Ultraschallsensoren (Erkennung auch von durchsichtigen Objekten)
  • Stufen- und Absatzsensoren
  • Smart Turbo Modus (Erhöhung der Saugleistung auf Teppich um ca. 30 %)
  • leistungsstarker Lithium-Polymer-Akku (1.900 mA, ausreichend für ca. 100 min Reinigung)
  • Carpet Master Bürste
  • Sprachausgabe, auch in Deutsch

Mitgeliefertes Zubehör

  • Ladestation
  • Handbuch
  • 2 Ersatz-Seitenbürsten
  • Boden-Tuch

Fazit

Insgesamt ist der LG Saugroboter LG Hom-Bot VR6270LVMB sicherlich ein leistungsstarkes und faszinierendes Gerät und ich würde ihn allen Interessierten mit den genannten Einschränkungen (Hochfloor, waagrechte Auflage) empfehlen – mit sehr gutem Gewissen. Saugleistung und Laustärke sind sehr gut und die Navigation klappt ausgezeichnet. Neben der eigentlichen Disziplin, nämlich das Zuhause sauber zu halten, war mir natürlich die Integration in ein Hausbus-System wie KNX besonders wichtig. In diesem Punkt glänzt der HomBot durch sein eingebautes Linux-System, der WLAN Kommunikation und der Möglichkeit zur Fernsteuerung. Diese Integration wird Thema des nächsten Blog-Beitrags zum LG Saugroboter sein.

Lassen Sie sich also auch in Ihrem Haushalt helfen und engagieren Sie den LG HomBot:
LG HomBot

 

LG Saugroboter
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4 Gedanken zu „LG Saugroboter

  • 16. April 2017 um 21:05
    Permalink

    Guter Bericht. Ich habe mich immer ein wenig von LG ferngehalten, weil man bei Handy´s etc., immer nur negatives gehört hat und habe das dann auch damit in Verbindung gebracht. Jetzt nach diesem Bericht, werde ich meine Meinung wahrscheinlich überdenken 🙂

    Antworten
    • 17. April 2017 um 22:59
      Permalink

      Hi Ingrid,

      freut mich, dass Dir der Beitrag gefallen hat. Ja, den LEG kannst du wirklich nehmen, ich finde das Gerät sehr gut gelungen. Bin gespannt auf die Integration ins Smart Home, ich bin dran …
      VG, Stefan

      Antworten
  • 4. April 2017 um 22:09
    Permalink

    Hallo Stefan,

    super Bericht, danke. Suche gerade auch nach einer Möglichkeit das Haus automatisch sauber zu halten. Natürlich mit KNX Integration. Bei den Worx Rasenmähern bin ich schon fündig geworden was WLAN Einbindung angeht, bei den Staubsaugern habe ich noch gesucht.
    Wie ist es denn mit dem Entleeren des Behälters, wie oft muss man das tun? Ist der Staub-Behälter groß genug?
    Die Sprachausgabe fiel mir gleich mal auf, da kann ich aber nicht „individuelle“ Texte ausgeben, oder? 🙂

    Grüße,
    Damian

    Antworten
    • 4. April 2017 um 22:24
      Permalink

      Hi Damian,

      freut mich, dass ich helfen konnte und danke für den Tipp mit dem Worx. Muss ich mir auch mal ansehen, auch wenn wir noch keinen Rasen haben 😉
      Ich finde den Behälter groß genug. Für eine Etage, vermutlich auch für zwei, reicht er locker. Das Entleeren geht sehr schnell – nur die Box von oben herausnehmen und über dem Mülleimer öffnen.
      Ich gehe davon aus, dass man die Sprachausgabe auch anderweitig nutzen kann, was natürlich coole Anwendungsfälle ermöglicht. Ausprobiert habe ich es aber (noch) nicht. Kommt aber noch in Teil 2.
      Viele Grüße,
      Stefan

      Antworten

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