Smart Home Planung: KNX Inbetriebnahme Nach längerer Abstinenz, dem stressigen Neubau geschuldet, hat Alexej den dritten Teil seines Erlebnisberichts fertig gestellt, der sich der Umsetzung seiner Smart Home Planung widmet. Sehen Sie sich, falls noch nicht geschehen, bitte ebenfalls den Teil 1 des KNX Erfahrungsberichts und Teil 2: Die Planungsphase an.

 

Smart Home Planung: Die Umsetzungsphase

Hallo liebe Smart Home Mitstreiter. Heute darf ich euch weiter von unserem Abenteuer „Smart Home im Eigenbau“ berichten. Da der letzte Beitrag ziemlich lange her ist würde ich gerne mit einem Spruch und einer kurzen Wiederholung des Beitrages vom Juni 2016 beginnen. Dann braucht ihr nicht den Beitrag erneut zu lesen ;-). Also „es kommt oft anders als man denkt“ und so war das auch bei uns. Unser Bau hat am 8. August 2016 begonnen und ziemlich schnell merkten wir, was „bauen“ tatsächlich bedeutet.

Die unschönen Momente

Neben den wenigen schönen Momenten hatten wir leider viel von dieser Sorte:

  • unfähiger Bauleiter: Kundenorientierung ist an ihm völlig vorbei gegangen, lange Wege bis unsere Wünsche in die Tat umgesetzt wurden, manchmal war es sogar zu spät
  • Handwerker, welche nach dem Motto „eine von vielen Baustellen“ arbeiten
  • Zeitverzögerungen, Pfusch am Bau
  • falsche Materialien
  • zusätzliche ungeplante Maßnahmen und Kosten
  • viele Tage Leerlauf
  • Winter
  • mein Eli
  • zum Umzugstag noch einen Wasserschaden
  • Wohnung gekündigt, mehrere Wochen ohne Wanne, Dusche und Waschbecken

Ok genug davon, das soll ja schließlich kein Baublog sein. Aber all das hat so viel Energie gekostet, dass ich nicht mal annähernd dazu kam, etwas zu schreiben. Aber nun sind wir drin und die Situation hat sich ein wenig entspannt, sodass ich euch von den letzten Monaten unseres Abenteuers berichten kann.

Elektriker suchen und finden

Im letzten Beitrag habe ich berichtet dass ich mich in die ETS Software angefangen habe einzuarbeiten und dass ich mich auf die Suche nach einem Elektriker für mein Projekt gemacht habe. Nach Gesprächen mit mehreren Elektro Meistern habe ich meine Unterlagen und Dokumente der Smart Home Planung dann an einen ausgesuchten Eli geschickt. Das war Ende Mai. Es vergingen mehrere Wochen des Wartens auf seine Antwort, ein paar Mal nachfragen und wieder warten – bis der Eli kurz vor dem Baubeginn uns mitteilte, dass er die Unterlagen noch nicht gesichtet hat und eigentlich doch keine Zeit hat. Schock. Panik.

Meine Unterstützung

Ohne meine Partnerin und auch Stefan, hätte ich fast schon zurück zum konventionellen Plan geschwenkt. An diese Stelle vielen Dank an Alexandra, sie hat in dieser heißen Phase einen kühlen Kopf bewahrt und hat das Ziel nicht aus den Augen verloren. Und auch danke an Stefan, der in diesen Tagen uns mit hilfreichen Tipps und Empfehlungen zur Seite stand.

An dieser Stelle will ich ebenfalls das KNX Forum erwähnen. Zwar bin ich im Forum, bei der Suche nach einem neuen Eli, nicht fündig geworden, dafür aber etwas an Erfahrung gewonnen. Dort bekam ich bisher immer zeitnah gute Antworten und Hinweise zu meinen Fragen. Das Forum wurde zu meiner zweiten Anlaufstelle in Sachen Smart Home.

Bei der Suche nach einem Eli war meine letzte Initiative ein Inserat bei MyHammer. Es haben sich mehrere gemeldet und einer ist dann mein Eli geworden :-D. Wir haben uns mit ihm getroffen und uns über das Projekt und Technik ausgetauscht. Er war interessiert und hat mir seine Hilfe zugesichert. Vielleicht haltet ihr mich jetzt für etwas leichtsinnig, aber irgendwie hat es auch ohne ein Angebot oder zeitliche Fristen funktioniert.

Hat es funktioniert?

Im Nachhinein gesehen, war das ein riskantes Spiel, aber ich hatte irgendwie ein gutes Gefühl bei ihm. Das lag auch sicherlich daran, dass ich den von Stefan angebotenen Smart Home/KNX Planungs-Service in Anspruch genommen habe. Die Idee dahinter war, dass solange wir noch keinen Eli haben, uns trotzdem eine professionelle Smart Home Planung nach unseren Wünschen erstellt wird. Sobald sich aber ein Eli findet, sollte dieser dann anhand der Planung fix die Arbeiten durchführen können.

Smart Home Planungs-Service

Spielen Sie mit dem Gedanken, ebenfalls ein KNX-System einzusetzen? Kontaktieren Sie mich bitte jederzeit, wenn Sie Interesse an einer professionellen Smart Home Planung für Ihr Eigenheim haben.

 

Und so war das auch. Trotz der knappen Zeit, wurde alles rechtzeitig und fast alles nach Plan ausgeführt (einige Dinge mussten Bau-bedingt geändert werden, an einigen Stellen erweitert bzw. reduziert werden). Einmal hat der Eli mich aber doch zittern lassen und zwar kurz vor der Woche, die in unserem Bauplan für Elektroarbeiten vorgesehen war. Wie gesagt ich hatte von ihm keine verbindlichen Zusagen und weil wir uns nach dem Erstgespräch nicht mal zu Baudurchsprache getroffen haben, war mir etwas mulmig. Aber umso erfreulicher war es, als er mit seinem Partnertrupp, montags am Bau auftauchte und wir alle gemeinsam den Plan durchsprechen konnten. Die vierköpfige Truppe seines Partnerunternehmens war eine ganze Woche zu Gange. Die Jungs haben, abgesehen von paar Schönheitsmängel, gute Arbeit geleistet. Kostentechnisch bewegte sich alles im Rahmen.

Smart Home Planung umgesetzt

Der Eli übernahm dann paar Wochen später den Teil mit dem Verteilerschrank. Wobei sich das auf drei Termine ausdehnte:

  • Verteilerschrank aufhängen und soweit für Folgearbeiten vorbereiten
  • Zähler montieren und an die Anlage anschließen (dabei hat er verpennt, den Antrag für den Stromzähler zu stellen und somit haben wir erst eine Woche später wie geplant Strom gehabt – mein Bauleiter war nicht erfreut)
  • und zum Schluss die KNX Geräte aus der Smart Home Planung in den Verteilerschrank einbauen
Smart Home Planung: Verteilerschrank mit KNX
Verteilerschrank mit KNX

Meine Eigenleistungen bei der Elektroinstallation

Ich selber habe dann überall Klemmen gesetzt und Steckdosen installiert (natürlich nach einer Einweisung und anschließender Kontrolle durch den Eli). In den einsamen Abendstunden am Bau wurde ich kreativ und habe einige Verbesserungen der Verkabelung ausgeführt, die ich dann auch sofort umgesetzt habe. Das waren zum Beispiel noch weitere Steckdosen, Positionsänderungen oder ich musste an einigen Stellen Leitungen in einer Verteilerdose klemmen, um so z.B. 2 x 5 Adern an einem Lichtauslass zu vermeiden. Warum die Kollegen das entgegen der Smart Home Planung so verkabelt haben weiß ich nicht, dies habe ich auch nicht hinterfragt, da ich keine Ahnung hatte. Erst später musste ich feststellen, dass es so kein Sinn macht, aber da waren die Strippenzieher schon weg.

Ganz stolz bin ich auf mich, da ich mich noch rechtzeitig erinnert hatte, die Rollladenmotoren in den Schalterdosen zu verklemmen. Sonst hätte man diese Stellen nach dem Verputzen suchen und öffnen müssen, was das Bild der Wand sicherlich zerstört hätte. Zwischendurch wurde dann brav alles dokumentiert und Fotos gemacht, damit man später auch alles wiederfindet.

KNX Versuchsaufbau

Um das Gefühl für die Geräte und das Zusammenspiel mit der Software zu bekommen, habe ich mir in einer freien Minute eine Spannungsversorgung, einen Schaltaktor und einen Glastaster von MDT bestellt und in unseren alten Wohnung das Licht im Flur Smart Home fähig gemacht :-D.

(Anmerkung: Im Beitrag KNX Testaufbau finden Sie eine Möglichkeit, eigene erste Schritte mit KNX zu wagen.)

Erst hatte ich den Anfängerfehler gemacht und alle Geräte an den Bus und eine Lampe an einen Kanal am Schaltaktor angeschlossen. Der Taster hat funktioniert, aber das Licht ging nicht an. Ein Blick in die Lektüre und dann war klar, es muss ein echter N und L her :-). Kurz etwas umgebaut und siehe da: das Flurlicht ging über den Glastaster an und aus.

Meine Eltern waren an dem Tag zu Besuch und haben sich über mich und meine „Spielereien“ prächtig amüsiert, waren anschließend aber total begeistert. Sowas haben die ja noch nie gesehen. Der MDT Glastaster II Smart mit seinen LEDs war ein Augenschmaus :-).

Die richtigen KNX Komponenten

Dann kam irgendwann im November der Zeitpunkt, den Rest der Geräte zu bestellen. Durch die sorgfältige Smart Home Planung wusste ich ja, was zu bestellen ist. Ich gebe zu, dass meine Geräte nur das Logo der Firma MDT tragen. Mich hat schon sehr früh die Webseite (www.mdt.de) positiv überzeugt und jetzt wo ich jedes Teil in der Hand hatte bin ich es umso mehr. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man noch mehr Funktionen in solche Geräte einbauen kann. Einiges davon wird es sicherlich auch von anderen Herstellern geben und fürs Erste reichen mir diese Funktionen allemal. Mehr dazu im Technik-Beitrag (Teil 4).

KNX-Geräte bestellen

Um alles zu einem guten Kurs zu bekommen, hat es mein Elektriker über seinen Großhändler versucht, doch der Händler hatte schlechtere Konditionen. Angeblich weil MDT den Online Vertriebsweg fokussiert hat und den Händlern eben den hohen Preis anbietet. Naja, wie auch immer, ich habe dann einfach in einem online Shop bestellt. Meine Bestellung wurde zwar in gefühlt 1000 Lieferungen aufgeteilt, aber trotzdem kam alles rechtzeitig, vollständig und heile an. Die Glastaster II und der neue MDT Bewegungsmelder wurden sogar zwei Monate nach der Bestellung geliefert, passend zum Tag der großen Programmierung. Scheinbar hat MDT mit diesen Geräten ins Schwarze getroffen und kam mit den Bestellungen nicht hinterher.

Der neue MDT Bewegungsmelder SCN-BWM55.G1
Der neue MDT Bewegungsmelder SCN-BWM55.G1

KNX Inbetriebnahme

Nachdem die Geräte verbaut wurden, war das erste was wir in Betrieb genommen haben, die Rollladen- und Schaltaktoren. Den Binäreingang und den Heizungsaktor hat der Eli leider nur an den Bus angeschlossen ohne die Kontakte und die Stellantriebe anzuschließen. Die beiden wollte er an einem anderen Termin anschließen. Leider scheint der Eli seit Februar verschollen zu sein und meldet sich einfach nicht mehr, obwohl noch eine Rechnung offen ist. Die Kontakte habe ich dann einfach selber an einem Wochenende angeklemmt, was ziemlich einfach war. Bei den Stellantrieben traue ich mich nicht ran. Gut, dass man die auch manuel regeln kann, da kann ich zur Not auf die gewünschte Temperatur einstellen oder im Sommer ganz zudrehen. Nach dem hydraulischen Abgleich habe ich die Antriebe eingestellt und es scheint erstmal die Temperatur stabil zu sein. Ich hoffe trotzdem, der Eli meldet sich bald.

Der große Tag der ETS Programmierung

Naja, auch ohne den Heizungsaktor und den Stellantrieben gibt es viel zu programmieren und zu optimieren. Durchgeführt habe ich das an dem Tag der großen Programmierung, denn so habe ich den Tag genannt, an dem ich allen Geräten eine Adresse verpasst und erstmal die Standardapplikation vom Hersteller aufgespielt habe. Die Geräte habe ich dann wieder ordentlich verpackt und kurz vor dem Umzug an die vorgesehene Plätze angebracht und an den KNX-Bus angeschlossen. Die ersten Tage nach dem Umzug habe ich noch einige Stunden verbracht die Standardapplikation etwas an unsere Bedürfnisse anzupassen, musste aber schnell feststellen, dass es nicht so viel Sinn macht, ständig Änderungen vorzunehmen. Einige Programmierungen waren schlichtweg auch nervig. Lieber werden wir jetzt unser Verhalten analysieren und danach die Programmierung ausrichten. Z.B. habe ich vor kurzem implementiert, dass wenn die Haustür abgeschlossen wird, überall im Haus das Licht ausgeht oder eine zu „Bett geh Taste“.

Vorbereitungen in der Smart Home Planung

Nur vollständigkeitshalber: Manches wurde teilweise in Betrieb genommen, vieles aber wurde als Vorbereitung für spätere Anbindungen ausgeführt. Ich habe natürlich einige Netzwerkkabel in den Technikraum führen lassen. Diese sollen dann in einem Rack Schrank auf ein Patchpanel gelegt werden. Ein Switch soll dann den Netzwerkverkehr steuern und über den Router den Zugang ins Internet ermöglichen. Noch läuft alles über WLAN. Später werde ich meine zweite FritzBox irgendwo zentral positionieren und über LAN als Repeater für WLAN verwenden. Diese FritzBox soll an eine schaltbare Steckdose und nur dann an sein, wenn jemand zu Hause ist. Noch vor dem Bau habe ich die DSL Speed prüfen lassen, aber es gab widersprüchliche Angaben (2Mbit und 50Mbit). Somit habe ich mir mit Kabel Deutschland eine Alternative zu DSL anschließen lassen. Ein dickes Leerrohr nach draußen für SAT wurde auch verlegt. Zu der Hausklingel liegt ein LAN Kabel, dort werden wir aber vorerst ein Hausschild machen lassen und eine Funkklingel :-). Eine coole Sache, die Empfänger kann man positionieren wo man will, Hauptsache eine Steckdose ist da. Ansonsten noch habe ich für später an zwei Seiten jeweils Erdkabel und Telefonerdkabel (das war die Empfehlung von dem Eli) nach draußen herausführen lassen, fürs Licht und Steckdosen. Telefonerdkabel für KNX. In den Dachüberstand auf beiden Seiten und auf das Dachgeschoss kamen Strom- und Busleitungen. 

Soweit zum Ablauf in Erwartung auf den Eli…

Wie geht es weiter?

An dieser Stelle endet der Teil 3 des Erlebnisberichts von Alexej. Tragen Sie sich am Besten in den kostenlosen Newsletter ein, denn Teil 4 der Beitragsreihe ist schon fast fertig.

Smart Home Planung umsetzen – Bauprojekt Teil 3
Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Falls ja, würde ich mich freuen wenn Sie ihn teilen. Vielen Dank!
Markiert in:                    

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.